In 14 Schritten zur professionellen Website für Ihr Unternehmen

08.06.2018 - Von Bastian Kres

„Hallo, ich brauche eine Website!“. So oder so ähnlich beginnen viele Projektanfragen. Meist in Verbindung mit der Frage nach den ungefähren Kosten. Und oft wird recht schnell klar, dass der oder die Fragende eigentlich noch nicht so richtig weiß, was das heißen soll: „Eine Website zu brauchen“.
Ist das schlimm? Nein, absolut nicht. Und der Unwissenheit lässt sich schnell Abhilfe verschaffen.

Inhalte im Netz zu veröffentlichen ist heute kein Problem mehr. Der einfachste Weg: Die Registrierung bei einem sozialen Netzwerk – eine Minute später kann es dann auch schon losgehen.

Die Erstellung und Veröffentlichung einer erfolgreichen Unternehmenswebsite ist im Vergleich dazu schon etwas komplizierter. Mit der richtigen Herangehensweise ist aber auch das kein Hexenwerk. Zuerst stellt sich die Frage: Was bedeutet „erfolgreich“?

 

1. Ziel

Bevor es mit der grafischen und technischen Umsetzung losgehen kann, muss geklärt werden, was mit der neuen Website erreicht werden soll. Im Artikel „Warum Ihr Unternehmen eine Website haben sollte“, schreibe ich detailliert über mögliche Ziele:

  • Visitenkarte und Aushängeschild
  • Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege
  • Publizieren aktueller Nachrichten
  • Kontakt mit Kunden aufbauen und halten
  • Absetzen gegenüber Wettbewerbern
  • Gewinnen neuer Erkenntnisse
  • Steigern des Umsatzes
  • Sparen von Kosten
  • Anlocken von Bewerbern

Nach der Zielsetzung ist der nächste Schritt die Definition der Zielgruppe.
Das ist wichtig, denn nur so kann festgelegt werden, wie die Struktur der Website aussehen soll und welche Inhalte erstellt werden müssen.

 

2. Struktur und Nutzerführung

Vor dem Inhalt und Design der Website kommt die Struktur. Diese richtet sich nach der vorher festgelegten Zielgruppendefinition. Nur mit dieser ist es möglich die richtigen Fragen zu stellen:

  • Wer sind die Besucher der Unternehmenswebsite?
  • Welche Informationen benötigen diese?
  • Wie können jene Informationen unkompliziert zugänglich gemacht werden?
  • Wie muss die Struktur der Website aussehen, damit die vorher festgelegten Ziele erreicht werden?

Eine intuitive Bedienbarkeit der Website ist das A und O des späteren Erfolgs. Wenn bei der Strukturierung bereits grobe Fehler gemacht werden, führt das zu einer komplizierten Nutzerführung, verwirrten Besuchern und hohen Absprungraten.
Das ist schlecht, denn jeder verlorene Besucher bedeutet auch eine verlorene Chance!

 

3. Inhalte

Nachdem die Struktur steht, geht es an das Befüllen der Seite mit relevanten Inhalten. Wichtig ist hierbei, die richtige Balance zwischen zu viel (wird nicht gelesen) und zu wenig (Besucher gehen zur nächsten Website) Inhalt zu finden.

Mit reiner Selbstdarstellung kommt man heute nicht mehr weit. Gefragt sind nützliche Inhalte. Auch hier ist es wieder wichtig den Besucher in den Mittelpunkt zu rücken und die Frage zu stellen, was dieser vom Besuch der Website erwartet.

Die Inhalte (neudeutsch: „Content“) sollten qualitativ hochwertig, auf den Punkt gebracht und idealerweise noch für Suchmaschinen optimiert sein. Das betrifft sowohl die Texte, als auch Fotos, Grafiken, Videos und Audiodateien.

 

4. Content Management System

Wenn Struktur und Inhalte feststehen, kann mit der technischen Umsetzung begonnen werden. Für die meisten Websites empfiehlt sich der Einsatz eines Content Management Systems (CMS). Hierbei handelt es sich um eine Software, die das Erstellen von Unterseiten und Anpassen von Inhalten stark vereinfacht. Ein Vorteil: Kleinere nachträgliche Änderungen können vom Betreiber selbst vorgenommen werden. Es muss also nicht jedes Mal ein Webentwickler ran.

Das weltweit bekannteste und bei weitem am meisten verwendete CMS ist Wordpress. Mehr als 30% der Websites im Netz setzen es ein und es werden täglich mehr. Gründe dafür:

  • Es handelt sich um ein kostenloses, von jedem verwendbares Open Source Projekt.
  • Es wird ständig weiterentwickelt, neue Features kommen hinzu, Sicherheitslücken werden zeitnah entfernt.
  • Es ist sehr leicht erweiter- und anpassbar.
  • Durch den Einsatz bereits vorgefertigter Themes kann das Design beliebig angepasst werden. Eigenentwicklungen sind ebenfalls problemlos möglich.

Sehr kleine Projekte lassen sich übrigens oft schneller und günstiger ohne CMS umsetzen. Stattdessen kommt nur ein wenig händisch erstelltes HTML und CSS zum Einsatz. Unter Umständen macht ein statischer Websitegenerator wie Hugo Sinn. Ein Beispiel: Ich nutze für diese Website ein selbst entwickeltes Design in Verbindung mit Hugo. Das sorgt für eine unkomplizierte, schnelle und einheitliche Weiterentwicklung.

 

5. Grafische Umsetzung und Themes

Ganz nach dem Prinzip „Form follows Function“ geht es erst in diesem Schritt darum, wie die Website letztendlich aussehen soll.

Auch hier ist wieder zu beachten, was der Besucher letztendlich erwartet. Zusätzlich ist mit einzubeziehen, ob es schon ein vorgefertigtes Corporate Design gibt, dem auch die grafische Umsetzung der Website folgen muss oder ob bei der Umsetzung ganz von vorne begonnen werden muss.

Content Management Systeme wie Wordpress arbeiten mit Themes. Das sind im Prinzip austauschbare Designs, die je nach Wunsch verwendet werden können.
Vorgefertigte Themes gibt es tausendfach und jeweils für wenig Geld (0-100 Euro) zu kaufen, im Anschluss ist sind oft nur noch kleinere Anpassungen notwendig.
Komplette Eigenentwicklungen sind ebenfalls möglich, kosten aber mehr, da hier viel Entwicklungsaufwand anfällt.

Content Management Systeme dienen also zur Verwaltung dessen WAS dargestellt wird (Inhalt), deren Themes dazu WIE der Inhalt dargestellt wird (Design).

 

6. Domain

Die Domain ist der „Name“ der Website und besteht meist aus drei Teilen. Ein Beispiel:

www.krewast.de

  • „.de“ ist die sogenannte Top-Level-Domain (TLD). Das „de“ steht hierbei für Deutschland. Häufig verwendete, andere TLDs sind „.com“, „.org“, „.net“.
  • „krewast“ ist der eigentliche Domainname.
  • „www“ ist eine von vielen, frei wählbaren Subdomains. Es muss nicht immer das bekannte, dreifache „w“ sein! Die Wikipedia nutzt z.B. Subdomains, um die verschiedenen Ländervarianten voneinander abzugrenzen:

Eine Domain kostet jährlich zwischen 10-20 Euro, solange es sich um eine gängige Top-Level-Domain handelt. TLDs wie „.ch“ (Schweiz) oder „.fr“ (Frankreich) kosten mehr.

Ist eine Domain bereits registriert, kann diese dem aktuellen Pächter unter Umständen abgekauft werden. Das ist aber meist sehr teuer. Die Wahl eines anderen Namens macht in der Regel Sinn.

 

7. Hosting

Nachdem klar ist, welche Struktur die Website hat, welche Inhalte notwendig sind, wie alles aussehen soll und auch ein Domainname gefunden wurde, geht es um das Hosting.

Heutzutage braucht dafür zum Glück niemand mehr extra einen Server kaufen, diesen in ein Rechenzentrum stellen und anschließend verwalten. Stattdessen gibt Firmen (Webhoster), die sich um genau diese Aufgaben kümmern und für den Betrieb einer mittelgroßen, mäßig besuchten Seite nur 5-10 Euro im Monat verlangen.

 

8. Backup

Gerne vergessen und wenn es gebraucht wird nicht vorhanden: Das Backup.

Schon während der Entwicklung sollte dafür gesorgt werden, dass im Notfall später problemlos auf gesicherte Daten zurückgegriffen werden kann. Bei vielen Webhosting-Anbietern sind regelmäßige Backups Teil des Angebots und meist für ein paar Euro pro Monat zu haben.

 

9. E-Mail-Adresse(n)

Viele Webhoster bieten neben der Möglichkeit eine Website zu betreiben, auch noch die Option an, E-Mail-Postfächer einzurichten. Statt einer E-Mail-Adresse wie firmenname@aol.com oder firmenname@yahoo.com ist es damit möglich, den Domainnamen der Website zu nutzen. Adressen wie kontakt@domainname.de oder info@domainname.de können somit problemlos erstellt werden und wirken gleichzeitig wesentlich professioneller.

 

10. Analytics

Schritt 1 war die Festlegung der zu erreichenden Ziele. Das Einbinden von Analysewerkzeugen bieten eine komfortable Möglichkeit zu evaluieren, ob diese auch tatsächlich erreicht werden.

 

11. Testing

Bevor die Welt die neue Website zu Gesicht bekommt, fehlt noch der wichtige Schritt der ausreichenden Qualitätssicherung.

Schon während der technischen Umsetzung wird kontinuierlich geprüft, ob alles so funktioniert wie es soll, trotzdem ist es wichtig noch eine Endabnahme durchzuführen, bevor es richtig losgeht. Dabei kommen jeweils verschiedene Geräte (Desktop, Tablet, Smartphone), Betriebssysteme (Windows, macOS, Linux, iOS, Android) und Browser (Chrome, Firefox, Safari, Edge) zum Einsatz, um zu testen, ob mit allen Konfigurationen das Endergebnis gleich gut aussieht und funktioniert. Sollte es an einige Stellen doch noch haken, können diese Fehler problemlos vor dem offiziellen Launch behoben werden.

 

12. Launch

Nach viel Vorarbeit geht es nun endlich los, die Website erblickt das Tageslicht. Auch wenn der initiale Launch sicherlich eine große symbolische Wirkung hat, ist eine Website immer ein fortlaufendes Projekt.
Einige Zeit nach dem Launch sollten die gewonnen Erfahrungen und das Feedback von Nutzern verwendet werden, um erste Anpassungen durchzuführen. Auch das Hinzufügen neuer oder das Aktualisieren alter Inhalte gehört zum Alltag einer gut gepflegten Unternehmenswebsite. Ebenfalls wichtig ist ein kontinuierlicher Abgleich und die Anpassung der gesetzten Ziele.

 

13. Dokumentation

Auch wenn dieser Punkt hier an vorletzter Stelle steht, ist er nicht zu vernachlässigen oder „mal schnell im Nachhinein“ zu erledigen. Eine gute Dokumentation entsteht immer parallel zum eigentlichen Projekt und erhält am Ende nur noch Ihren Feinschliff. Sie hilft später dabei zu verstehen, wie und warum gewisse Arbeitsschritte durchgeführt wurden und ermöglicht somit einen schnellen Wiedereinstieg ins Projekt, falls in Zukunft Änderungen vorgenommen werden sollen.

Gerade technisch aufwändigere Umsetzungen profitieren von einer guten Dokumentation.

 

14. Schulung

Abhängig davon, ob der Betreiber der Website später selbst Änderungen an der Website vornehmen möchte, kann eine Schulung für das eingesetzte Content Management System sinnvoll sein. Damit können z.B. Öffnungszeiten unkompliziert angepasst oder Bilder zu Galerien hinzugefügt werden, ohne jedes Mal einen Webentwickler einzubinden.

 

Zusammenfassung

Die Erstellung einer professionellen Unternehmenswebsite ist kein Kinderspiel, gleichzeitig aber auch kein hochkomplexes Unterfangen. Meistens zumindest.

Abhängig vom konkreten Fall kann für einzelne Schritte mehr oder weniger Zeit aufgewendet werden. Je mehr Schleifen gezogen werden müssen, umso länger dauert es am Ende. Das macht es auch schwer, die Frage nach den Kosten zu beantworten. Angebote wie „Deine Website für nur 300 Euro“ sind meiner Meinung nach absolut lächerlich, weil an allen Ecken und Enden gespart werden muss, um diesen Preis anbieten zu können. Will man das? Nein.

Langfristig macht es Sinn, etwas mehr Geld in den eigenen Unternehmensauftritt im Netz zu investieren, da eine Website am Ende zu den günstigsten Marketingmaßnahmen gehört, die man nutzen kann. Einmal erstellt, zahlt sie sich über viele Monate, oft sogar Jahre ab. Und eine Website ist für viele potentielle Kunden und Interessenten der erste Eindruck, den sie von einem Unternehmen vermittelt bekommen. Wer da patzt ist ganz schnell raus aus dem Rennen.
Unternehmen, die hier zu viel sparen, sparen meist am falschen Ende. Hier noch einmal der Verweis auf meinen Artikel zum Thema: „Warum Ihr Unternehmen eine Website haben sollte“.

 


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